Polen • Scouttour

Mit der Wohnkabine unterwegs in Westpolen

100_7971Vom 11. bis zum 17. April 2016 waren wir mit 4 Guides und 4 Gästefahr-zeugen im westlichen Polen auf Scouttour.

Neben der Erkundung vorhandener und neuer Strecken ging es für mich vor allem darum, das Land, das ich zum ersten Mal bereiste, ein wenig kennen zu lernen und herauszufinden, wie es ist, dort mit Pickup und Wohnkabine unterwegs zu sein.

Vorab gesagt: Es war eine interessante Woche; ich habe viel über die Abmessungen meines neuen Reisegefährts sowie einiges über unser Nachbarland gelernt.

Nachdem wir uns am Montagvormittag auf einem Autobahnrastplatz hinter Frankfurt/Oder getroffen haben, machte sich der aus 8 Fahrzeugen bestehende Konvoi auf den Weg über die Grenze. Kurz darauf folgte unser erster Stop, um uns mit polnischen Złoty zu versorgen und zu günstigen Preisen die Tanks unserer Autos aufzufüllen.

100_7951Auf unserem weiteren Weg zum ersten Camp war die Überraschung groß, als wir feststellten, dass die Neben und untergeordneten Strassen meist sandige oder kopfsteingepflasterte Pisten sind, auf denen eine Reisegeschwindigkeit von über 40 bis 50 Stundenkilometern an die Schmerzgrenze führen kann.

Nach der Übernachtung an einem See starteten wir am nächsten Morgen eine Rundfahrt durch die wald- und wasserreiche Region, in der wir auf zahlreiche Bunker- und Befestigungsanlagen aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen stiessen.

100_7958Auf der Route fanden wir bei Pausen ausreichend Gelegenheit, die Überbleibsel des sogenannten Ostwalls, auf die wir immer wieder trafen, näher anzusehen.

An einem der sogenannten Panzerwerke auf auf ein kleines, offenes Offroadgelände, das sich für eine „4×4-Spielstunde“ anbietet.

Am Abend kehrten wir wieder in unser Camp zurück und liessen den Tag wie am Abend zuvor mit gemeinsamem Abendessen vom Grill und anschliessendem gemütlichen Lagerfeuer ausklingen.

100_7959Der dritte Tag begann mit dem Besuch eines Bunkermuseums. Unter deutschsprachiger Führung stiegen wir 30 Meter in die Tiefe hinab und erhielten umfassende Informationen zu Hintergründen und Technik der Bunkeranlagen.

Nach dem Besuch des Museums setzten wir unseren Weg über Waldwege und Nebenstrassen in Richtung Nordosten fort.

100_7973Auf dem Weg in die Drawa-Region musste ich mich dann kurzzeitig von der Gruppe verabschieden, da der gewählte Weg – was sich im weiteren Verlauf dann wiederholt bestätigte – nicht „kabinentauglich“ ist.

Gut eine Stunde später war der Konvoi dann wieder vollständig und wir konnten unsere Reise gemeinsam bis zum nächsten Zielpunkt an der Drawa fortsetzen.

100_8001Nach drei Tagen on Tour stand am 4. Tag Kanufahren auf der Drawa auf dem Programm.

Pünktlich um 10.00 machte sich der größere Teil der Gruppe mit dem lokalen Begleiter auf den Weg zum „Aussetzpunkt“ an einem Nebenfluß und startete das nasse Vergnügen, das bis zum Nachmittag dauerte.

100_8016Wir – die wasserscheuen – nutzten den Tag, uns in der näheren Umgebung ein wenig umzusehen, um für den Fall der Fälle, dass eine Kanutour mal nicht möglich sein sollte, ein Alternativprogramm (Rundfahrt, Stadtbesuch o.ä.) zu erkunden.

Nach der Rückkehr der Kanuten liessen wir den Tag mit einem reichhaltigen und deftigen polnischen Abendessen gemütlich ausklingen.

100_8020Am vorletzten Tag der Scouttour orientierten wir uns wieder Richtung Heimat.

Die Rückreiseroute führte uns auf Asphalt durch den den Drawa-Nationalpark, in dem wir auf einem der ausgewiesenen Camp- und Grillplätze eine kurze Pause einlegten und von Naturpark-Rangern prompt angesprochen wurden.

100_8024Hinter dem Naturpark, in dem Abstecher von der Strasse ausdrücklich verboten sind,  nutzten wir das restliche Zeitbudget zur Suche und Erkundung von alternativen Strecken zur geplanten Rückreiseroute über Strasse.

Am frühen Abend errichten wir dann über staubige und teils enge Wege, die uns noch einmal durch Wälder und Felder führten, an einem See unseren letzten Camplatz in Polen.

Auf dem letzten Abschnitt der Scouttour statteten wir dem Städtchen Choyna (ehemals Konigsberg in der Neumark) bei unwirtlichem Wetter einen kurzen Besuch ab, bevor wir dann am Nachmittag die Landesgrenze und wenig später das Schiffshebewerk Niederfinow erreichten.

Nach dem Zwischenstop an dem Industriedenkmal erreichten wir mit dem Campingplatz Tiefensee unser letztes gemeinsames Tagesziel der Tour.

Nach dem Abendessen in der Campinggaststätte liessen wir die Polen-Scouttour gemütlich am Lagerfeuer noch einmal Revue passieren und ausklingen.

Fazit

Für Kurztrips in eine etwas ander (Strassen- und Wege-) Welt bietet sich Westpolen auf jeden Fall an. Zahlreiche öffentliche Wege und Strassen bieten Gelegenheit, einen Offroader oder SUV artgerecht auszuführen.

Mit einem entsprechenden Rahmenprogramm wie Bunkerbesichtigung, Kajaktour oder Stadtbesuchen lässt sich ein verlängertes Wochenende gut und aufgelockert gestalten.

100_8029Nicht alle Abschnitte unserer gefahrenen Route sind „schmerzfrei kabinentauglich“, da insbesondere auf schmalen Wegen Gebüsch und Äste ihre Spuren auf Kunststofffenstern hinterlassen können.

Aufgrund der grösseren Abmessungen muss das Reisetempo von Fahrzeugen mit Wohnkabinen sicher geringer kalkuliert werden, als das von reinen Offroadern.

Eine spezielle Wohnkabinen-Tour macht also Sinn, ist bisher aber noch nicht konkret geplant.

Bei Interesse bitte unter info@fincatours.de anfragen.