Vuelta 2004

“Sonne pur” – “Meer und endlos lange Strände” – “Ballermann und Schinkenstraße” – “Sangria und Party rund um die Uhr” sind Begriffe für das, was allgemein mit einer Reise nach Spanien verbunden wird und die das touristische Bild des Urlaubslandes Spanien geprägt haben.

Vuelta-Route

Vuelta-Route 2004

Das andere, eher ursprüngliche Spanien, bergig und grün, mit fruchtbaren Hochebenen und Tälern, Stauseen, Bergen und Flüssen lernen wir auf unserer 3-wöchigen Rundreise “La Vuelta” kennen.

Nachdem Dieter und Ernst (Vater und Sohn) am Samstag in der alten Mühle “Moli de l’Om” eingetroffen sind und bei einem gemütlichen Abend die wesentlichen Vorbereitungsthemen besprochen wurden, folgte am Sonntag- vormittag ein Aufenthalt im Trainings- gelände und die obligatorische “Geländefahrschule”.

Im Anschluss daran machten die zwei gemeinsam mit Jordi einen Abstecher in das Ebro-Delta.

26.04.04 – 1. Tag – endlich geht es los!

Am Sonntag um 11.00 war es dann soweit: Bei Sonnenschein und bestem Reisewetter starteten der Landy mit Dieter und Ernst sowie Jordi, begleitet von Hund “Jerry”, mit seinem Galloper auf die große Reise.

Nach einem Tankstop in San Rafael nahmen die beiden Fahrzeugbesatzungen Kurs auf die Berge über La Senia.

Über die einzige Zufahrtsstraße in die Berge von La Senia wurde zunächst das Dort La Pobla de Benifassa angesteuert. Über die Piste hinter dem Dorf ging es dann steil bergauf bis zur Verbindungsstraße nach Fredes.

Die Piste ab Fredes führte die Gruppe durch den Naturpark Els Ports nach Beceite, wo zunächst eine kurze Kaffeepause auf dem Programm stand.

Von Beceite aus wurde über Valderrobres dem Verlauf des Rio Matarranya gefolgt, der bei Dieter die Lust auf eine Flussdurchfahrt weckte.

Hinter Mazaleon nahm Ernst dann seine Pflichten als Beifahrer wahr und erkundete die gewählte Furt.

Dieter stürzte sich nach dem OK seines Copiloten dann auch mutig als erster in die Fluten…

Da der Untergrund des Flussbettes doch nachgiebiger war, als erwartet, nahm Jordi dann den (sicheren) Umweg über die beim Dorf gelegene Brücke und konnte so trockenen Fusses am anderen Ufer dazu beitragen, die Flussdurchfahrt zu einem glücklichen Ende zu bringen.

Nach diesem Kurzabenteuer im Fluss setzte die Gruppe ihren Weg zum Tagesziel über Nebenstraßen und Pisten fort und erreichten um 19.30 Uhr ihr Quartier in Castejon de Monegros.

27.04.04 – 2. Tag – Von Castejon de Monegros nach Berdun

Nachdem die drei ein flüssiges Abendessen mit je 3 gBE (große Biereinheiten) zu sich genommen hatten, war die erste kurze Nacht “on Tour” schnell um.

Das Frühstück war für 08.00 Uhr vorgesehen und fast pünktlich um zehn nach acht saßen Dieter, Ernst und Jordi bei Kaffee und Madalenas.

Nach zwei cafes con leche und einigen der süßen Speisen wurde das Nachtgepäck in die Autos verladen und während Jordi die Rechnung zahlte, ließen Vater und Sohn Jerry, der die Nacht im Auto verbracht hatte, sich ein wenig die Füße vertreten.

Um 09.00 Uhr startete die kleine Gruppe dann mit Kurs auf die Provinzhauptstadt Huesca.

Die Route führte überwiegend über staubige Pisten durch die hügelige Landschaft und kleine, verlassen scheinende Dörfer.

Nach einer Kaffeepause in Grañen entdeckte Ernst kurz vor Huesca auf einem Berg eine Burg. “Können wir da ‘mal einen Abstecher hin machen?” kam prompt die Frage über den CB-Funk.

Gesagt, getan… Die Suche nach der Zufahrt zur Burg endete schließlich nach einer weiträumigen Umfahrung des Wunschzieles an der Baustelle für einen neuen Stausee.

Aufgrund der Großbaustelle war die offensichtliche Zufahrtsstraße zur Burg gesperrt und das Vorhaben “Burgbesichtigung” wurde aufgeben.

Stattdessen nutzten die drei die Gelegenheit, die Bauarbeiten an der Staumauer aus nächster Nähe zu besichtigen und vielleicht als einiger der letzten den noch leeren “See” zu durchfahren.

Mittlerweile weit ab vom ursprünglichen Kurs wurde dann auch der Wegpunkt “Huesca” gestrichen und direkt der Ort Nueno angesteuert, wo wieder die geplante Route aufgenommen werden konnte.

Nach einem eindrucksvollen Aufstieg auf ca. 750 m über die Nationalstraße folgte dann eine ausgedehnte Mittagspause am Stausee von Arguis.

Fast 1 1/2 Stunden später machten sich die drei Spanienreisenden mit Hund wieder auf den Weg und erreichten über Nebenstraßen – immer die schneebedeckten Pyrenäen vor Augen – 2 Stunden später die Pilgerstadt Jaca.

Nach einem Tankstop in Jaca bekam Dieter wenig später wieder die Lust auf eine Flußdurchfahrt und auf einem Feldweg parallell zur Nationalstraße wurde nach einer geeigneten Einstiegstelle gesucht.

Da der zur Durchquerung ausgewählte Rio Aragón aber als Fischereischutzgebiet ausgewiesen war, scheiterte dieses neue Flussabenteuer.

Auf dem Weg zum Hotel folgte noch ein Abstecher in die Berge und die Besichtigung des eindrucksvollen, zum Teil in das Felsmassiv hineingebauten Klosters San Juan de la Peña.

Kurz vor dem Ziel überquerte die Gruppe über die Puente de la Reina de Jaca den Rio Aragón und erreichte gegen 18.00 Uhr das Quartier in Berdun.

Um 19.00 Uhr stand dann noch die spontane Kirchenbesichtigung mit einer Gruppe französischer “Camino de Santiago-Touristen” auf dem Programm, zu der Jordi und seine Gäste von dem Einheimischen Kirchenguide eingeladen wurde.

Ein echtes Highlight: Statt eines kurzen Rundganges durch die Kirche mit Blick auf Schönheiten und Besonderheiten genossen Dieter, Ernst und Jordi eine ca. 1-stündige spanisch-französich-deutsche Intensivführung von den verschiedenen Altären über Bildnisse und ein historisches Gesangbuch aus dem 15./16. Jahrhundert bis hin zur alten Orgel.

Im Anschluß an den Kirchgang klang der Tag bei einem gemütlichen Abendessen aus.

28.04.04 – 3. Tag – Von Berdun nach Faido

Nach dem ausgiebigen Frühstück im Rincon de Emilio sollte um 09.30 die dritte Etappe der Rundreise starten.

Aufgrund “technischer Probleme” des Tourhundes verzögerte sich die Abreise dann ein wenig und gegen 10.00 starteten die beiden Fahrzeuge Richtung Westen.

Der starke Regen der Nacht hatte seine Spuren hinterlassen. Dichte Wolken hingen über dem Gebiet des Stausees von Yesa, als die Gruppe diesen passierte.

Bei Regen ging es hinter dem Stausee auf die erste Pisten des Tages, die entsprechend den Wetterbedingungen nass und teilweise schlammig waren.

Zwei Stunden nach dem Start in Berdun erreichte die Gruppe Pamplona, die Hauptstadt von Navarra und machten zunächst eine Stadtrundfahrt, bevor der Großparkplatz am Castillo angesteuert wurde.

Trotz des anhaltenden Regenwetters folgte ein Stadtrundgang durch die durch das jährliche Stiertreiben über die Grenzen Spaniens hinaus bekannte Stadt.

Mit Beginn der Siesta, zu der nahezu alle Geschäfte schließen, folgte noch eine kurze Kaffeepause, bevor die Fahrt Richtung Westen fortgesetzt wurde.

Wenig später folgte noch ein kurzer Stopp in Puente de la Reina am Rio Arga mit der sehenswerten 5-bögigen Brücke aus dem 11. Jahrhundert.

Da die ab hier geplante Piste mittlerweile der Baustelle für eine neue Autovia zwischen Pamplona und Logroño zum Opfer gefallen ist, wählte Jordi eine nach Karte vielversprechende Alternativroute.

Bereits nach 2 Kilometern folgte dann aber schon die “Wendeübung mit erhöhten Anforderungen”, da der lehmige Untergrund des Weges vom Regen völlig aufgeweicht war.

So legte die Gruppe nach Rückkehr zur Straße noch einige Kilometer auf Teer zurück, bevor die nächste Offroad-Passage in Angriff genommen werden konnte.

Neben den von Jordi erkundeten Passagen wurde noch ein “Expeditionsabschnitt” eingelegt, der an die Fahrer und Beifahrer bei Gefällstrecken mit teilweise extrem rutschigem Boden entsprechende Anforderungen stellte.

Kurze Zeit später wurde das Tagesziel, das Casa Rural in dem Dorf Faido erreicht und der wohlverdiente Feierabend konnte “eingeläutet” werden.

29.04.04 – 4. Tag – Von Faido nach Carrión de los Condes

Als Dieter, Ernst und ihr Scout sich um 08.00 im Speiseraum zum Frühstück trafen,ließ sich bereits die Sonne sehen und das Regenwetter schien überstanden. Der Wetterbericht im laufenden spanischen Fernsehprogramm kündigte aber nach wie vor eine Schlechtwetterlage an.

Nach der Behebung der noch immer bestehenden “technischen Probleme” des Tourhundes rollte der kleine Konvoi dann kurz vor halb zehn endlich in Richtung Burgos an.

Von Faido aus ging es direkt auf die Piste Richtung Westen. Über kleine Dörfer und eine Paßstraße folgte ein Abstecher in die Weinregion Rioja, die sich bei strahlendem Sonnenschein von ihrer besten Seite zeigte.

Auf dem Weg zum Schäfer-Denkmal begegnete die Gruppe wieder einmal dem Rio Ebro, in dessen Mündungsgebiet die Rundreise vor 4 Tagen gestartet war.

Hinter Miranda del Ebro folgte die erste Kaffeepause des Tages, die aufgrund der Begeisterung von Dieter und Ernst über den guten café con leche und eine “Platz an der Sonne” vor der eigentlichen Terrasse lang ausgedehnt wurde.

Während Dieter und Jordi fachsimpelten und sich über alles Mögliche unterhielten, nutzte Ernst die Zeit, Postkarten zu schreiben.

Nach wechselnden Passagen auf Pisten und Nebenstrassen folgte das “Highlight zum Schichtwechsel”: Auf den letzten 4 Kilometern seiner “Fahrerschicht” mußte Dieter noch einmal richtig ‘ran.

Nachdem Jordi mit seinem “Copiloten” Jerry im Galloper den ausgefahrenen und schlammigen Fuß des Anstieges der Steilauffahrt zur Straße problemlos bewältigt hatten, folgte Dieter mit seinem Wohnhaus auf 4 Rädern.

Das “Dickschiff auf MT-Reifen” folgte den Kommandos von Dieter zur Überwindung der tiefen Spurrinnen im weichen Schlamm nur widerwillig und das Fahrzeuggewicht tat sein übriges dazu.

Aus sicherer Entfernung und Position beobachtete Jordi die Geschehnisse im Tal.

Nachdem Dieter sich (vermutlich) entschieden hatte, “Balast” abzuwerfen und Beifahrer Ernst ausgestiegen war, ging der Landy “wie am Seil” über die Piste und der gemeinsame Aufstieg zur festen Straße konnte – nachdem Ernst wieder an Bord war – fortgesetzt werden.

Am Ende der Piste fand dann im Schwenk-Team der Fahrerwechsel statt und Ernst übernahm das Steuer.

Über Briviesca und Burgos führte die weitere Route wieder auf den bekannten Jakobsweg, der neben weiten Teilen an der Nationalstraße entlang auch teilweise abseits der Straße durch die Felder führt.

Der seit Burgos teilweise heftige Regen flachte ab und die beiden Fahrzeuge nahmen Kurs auf das Dorf Hornillos del Camino, um dem Camino de Santiago (Jakobsweg) abseits durch die Felder zu folgen.

Über aufgeweichte Feldwege mit ebenfalls tiefen Spuren schwerer Landmaschinen “pilgerten” die beiden Fahrzeuge mit Ihren Besatzungen weiter gen Westen.

Aufgrund der Jahreszeit und des schlechten Wetters begegneten die “Offroad-Pilger” nur wenigen echten Pilgern, bis sie den Jakobsweg wieder verließen.

Nach einer kurzen Straßenpassage folgte der letzte Pistenabschnitt vor dem Tagesziel.

Auf eine mögliche Flußdurchfahrt bei Castrillo de Murcia wurde nach Begutachtung der Furt verzichtet. Ernst hätte den Landy zwar gern an das andere Ufer gefahren, verspürte aber angesichts der kühlen Temperaturen ebenso wie Dieter und Jordi keine Lust verspürte, ein kaltes „Erkundungsbad“ zu nehmen.

So wurde der Fluß ordnungsgemäß über die nahe gelegene Brücke überquert und die Piste auf der anderen Seite des Dorfes unter die Räder genommen.

Nach der Begegnung mit einem Schäfer und seiner Herde, der auf den schlechten Wegen zur Vorsicht aufrief, wurde die letzte Offraod-Passage von Jordi zum Tagesabschluß noch durch zwei kleine Naviagtionsfehler etwas interessanter gemacht, da Wende- und Umkehrmanöver vor unbefahrbaren Passagen auf engen Wegen durchgeführt werden mussten.

Nachdem der Scout die Technik dann wieder im Griff hatte, verabschiedete ein Regenbogen die Gruppe kurz vor Erreichen der Straße.

Mit einem 30-Kilometer-Spurt auf Teer ging es nach Carrion de los Condes, wo die Gruppe nach einem Tankstopp um kurz vor halb acht das Hotel erreichte.

30.04.04 – 5. Tag – Von Carrión de los Condes nach Villablino

Jerry hatte heute kein “technisches Problem” und begrüsste Dieter und Ernst freudig, als sie mit ihm schon vor dem Frühstück zum Spaziergang durch die Stadt aufbrachen.

Die Sonne schien über Carrión, als sich die kleine Gruppe nach dem Frühstück um 09.30 Uhr auf den Weg machte.

Nach fast 40 km wurde in der Stadt Sahagun am Jakobsweg ein kurzer Stopp zum Briefmarkenkauf eingelegt, bevor es dann auf der Piste in Richtung Leon weiter ging.

Ernst steuerte den 130-er über die trockenen Pisten, die irgendwann immer schmaler wurde und vermuten ließ, dass sie jeden Moment enden wird.

Tiefe schlammige Spurrinnen in einer Senke trennten die beiden Fahrzeug schließlich von einer trockenen und gut befahrbaren Piste.

Nach dem Motto “wie der Vater, so der Sohn” rutschte Ernst wie gestern Dieter in die tiefen Traktorspuren und der Landy kam zum Stehen.

Mit leichtem Schaufeleinsatz und ein wenig Schubkraft von Dieter und Jordi schaukelte Ernst das Reisemobil wieder rückwärts aus der “Falle” heraus, und erreichte schließlich im zweiten Anlauf die andere Seite.

Bei strahlendem Sonnenschein und kräftigem, aber kalten Wind war ein Großteil der Schotterwege mittlerweile gut abgetrocknet und die nächsten Pistenkilometer entschädigten für den Staubentzug der letzen beiden Tage…

Auf die Überquerung eines Bahnüberganges in freiem Feld folgte noch eine kleine Flußdurchfahrt, die ohne vorheriges Ablaufen gefahrlos möglich war, bevor die Gruppe in Mansilla de Mulas eine Kaffeepause einlegte.

Nach der Pause in dem Vorort wurde dann das 17 Kilometer entfernte Leon angesteuert.

Pünktlich zu Beginn des gemeinsamen Stadtrundganges in der Pilgerstadt setzte der Regen wieder ein.

Ernst besuchte die Kathedrale, während Dieter und Jordi mit Jerry unter den gegenüberliegenden Arkaden Schutz vor dem Regenschauer fanden.

Bei dem folgenden Rundgang durch die Altstadt und über den Markt lwurde dann noch das eine oder andere eingekauft, bevor die Gruppe gegen 15.00 Uhr Leon verließ und sich auf den Weg zum Tagesziel machte

Über eine Nebenstraße mit ständigem Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Cordilera wurde La Robla angesteuert.

Durch ein langgezogenes Tal mit kleinen Dörfern schlängelt sich die Straße von La Robla aus nach Westen, die dann nach ca. 20 Kilometern für die letzte Offroad-Passage wieder verlassen wurde.

Dieter, der heute die Nachmittagsschicht am Steuer übernommen hatte, freute sich über den Weg, der den  kleinen Fluß mehrfach kreuzt und ihm damit die Wasserdurchfahrten bescherte, auf die er so “abfährt”.

Im nächsten Dorf, das die Gruppe erreichte, wurde aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und dem Ziel, bis 18.00 Uhr in Villablino anzukommen, die vorgesehene Route verlassen und wieder auf den direkten Weg zurückgekehrt.

Die leichten Regenschauer, die auf der Piste schon begonnen hatten, wurden auf der Straße nach Villablino, die zum Teil auf einer Höhe von knapp über 1.400 m verläuft, zu Schneeschauern und der letzte Teil der heutigen Tour führte durch eine noch verschneite Berglandschaft.

Zehn Minuten vor 18.00 Uhr war dann im wieder schneefreien Villablino das Tagesziel erreicht.

01.05.04 – 6. Tag – Von Villablino nach A Pobra de Trives

Die Überraschung zum Tagesbeginn wurde heute nicht von Jerry, sondern vom Wetter beschert.

Der Schnee hatte Villablino über Nacht erreicht und bei dem ersten Blick aus dem Fenster zeigte sich das folgende weihnachtliche Bild:

Nach einem kargen spanischen Frühstück, das aus cafe con leche, Madalenas und anderen süssen Stückchen bestand, machte sich die kleine Gruppe um 09.00 Uhr auf den Weg nach Galizien.

Jordi strich aufgrund der Wetterverhältnisse und der grossen Fahrzeuge die erste kurze Offroad-Passage am Ortsrand und führte den Mini-Konvoi direkt auf der Straße durch das Tal des Rio Sil.

Bei Toreno wurde dann auf die parallell zur neuen Autovia verlaufenden Vias de Servicio gewechselt, die bei dem anhaltenden Regen mit abwechselungsreichen Passagen über Pisten, Feldwege und alte Straßen durch einzelne Dörfer bis kurz vor Ponferrada befahren werden konnten.

Über Nebenstraßen und weitere Pisten erreichte die Gruppe dann Toral de los Vades, wo Ernst und Jordi in einer Bar zur Kaffeepause schritten, während Dieter sich seinen gestern neu erworbenen CDs und dem CD-Spieler widmete.

Die Ortsdurchfahrt von Paradela del Rio hatte schon ein wenig Trial-Charakter.

Nachdem die Fahrzeuge durch die engen Gassen manövriert waren, folgte der Einstieg auf die heutige Bergpiste.

Ein steiler Aufstieg vom Dorf aus führte auf hochgelegene Weideflächen mit frei lebenden Kühen und ihrem Nachwuchs.

Die Hochebene bot neben dem Blick auf die zum Teil noch schneebedeckte Berge abwechselungsreiche Passagen und Dieter genoss die Frühschicht am Steuer in vollen Zügen.

Mittlerweile wurde es Mittag und Zeit für eine weitere Pause.

Ein geeigneter Rastplatz war schnell gefunden:
Hoch das Dach und das Picknick konnte  beginnen.

Baguette, Salami und Käse in den unterschiedlichsten Variationen standen heute auf dem Speiseplan. Das Higlight des Offroad-Mahls war dann noch der wärmende Schoko-Capuccino, den Dieter in seiner Kombüse brutzelte.

Während der Mittagspause besserte sich das Wetter, der Regen stoppte und durch die Wolken ließ sich sogar der blaue Himmel sehen.

Gut gestärkt ging es nun weiter Richtung Galizien.

Über eine Steilabfahrt erreichte die Gruppe die rund 200 Höhenmeter tiefer gelegene Nebenstraße am Rio Sil, die dann weiter zur Nationalstraße führte.

Nach wechselnden Passagen auf der N-120, Feldwegen und durch Dörfer wurde etwa 50 km später bei Enciñera noch eine kurze Pause am Rio Sil eingelegt, bevor es auf den letzten Streckenabschnitt zum Tagesziel ging.

Über die Privatstrasse entlag des Embalse de Montefurado kamen Dieter, Ernst, Jordi und Jerry recht früh in A Pobra de Trives an.

Während Dieter und Ernst die frühe Ankunft und das nun viel freundlichere Wetter für einen ausgiebigen Spaziergang nutzten, machte Jordi sich daran, den Tagesbericht bereits vor dem Abendessen fertigzustellen…

 

 

02.05.04 – 7. Tag – Von A Pobra de Trives nach Bangueses

Die heutige Etappe führte von A Proba in das (Luftlinie!) rund 55 Kilometer entfernte Dorf Bangueses nahe der portugiesischen Grenze.

Wieder einmal überraschte das Wetter: Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel versprachen bereits am Morgen “Sonnenbrillenwetter”.

Nach dem Frühstück im Hotel España wurde heute um 09.45 Uhr gestartet und als erstes der Cabeza de Manzaneda angesteuert; Jordi wollte gern ein “Schnee- und Sonne-Foto” schießen, Dieter und Ernst auf den Berg.

Erster Anfahrpunkt war die auf 1.488 m gelegen”Talstation” der Lifte mit Skizentrum.

Jordi war kurz danach schon wieder auf dem Rückweg zur Straße, als Dieter und Ernst vorschlugen, noch die Gipfelstation anzusteueren, deren Zufahrt heute geöffnet war. Auf 1.764 Metern Höhe konnte dann auch das gewünschte Schneefoto geschossen werden.

Bei dieser Gelegenheit geriet auch Tourhund “Jerry” vor die Kamera. Für die Freunde des Vierbeiners, von dem schon einiges geschrieben wurde, ist er hier nun auch einmal zu sehen.

Nach der Abfahrt aus dem Skigebiet passierte die kleine Gruppe den Embassa de Chandrexa und nahm Kurs auf das Dorf Gabín.

Auf dem Weg dorthin, trafen die drei Spanienreisenden mehrfach auf Kuh- und Rinderherden, die auf oder über die Straßen getrieben wurden – man konnte den Eindruck bekommen, der Sonntag sei ein Ausflugstag für das Milchvieh…

Dann meldete sich Ernst über CB-Funk: “Was ist los? Es ist bald dreiviertelzwölf und der Scout will noch keinen Kaffee?” Wie Gedankenübertragung: Etwa 1-2 Minuten später folgte der Stop an der “Wald- und Wiesen-Bar” einer alten Dame.

Der Kaffee war köstlich und auch der Laden selbst hinterließ bei Dieter und Ernst bestimmt einen bleibenden Eindruck.

Ein Einheimischer, der sich später dazugesellte, unterhielt sich angeregt mit Jordi und war so erfreut über den Besuch der Fremden in dieser einsamen Gegend, dass er spontan die Gruppe zum Kaffee einlud.

Ein gute halbe Stunde später folgte der Aufbruch und direkt hinter der Bar wurde die erste Offroad-Passage angesteuert. Nach der kurzen “Aufwärmstrecke” über 1 Kilometer ging es weiter nach Gabín, wo der eigentliche Offroad-Teil des Tages begann.

Hinter dem kleinen Dorf ging es steil bergauf, bis ein Tor dem munteren Trip ein Ende zu machen schien. Diese Sperre war im vergangenen Jahr noch nicht dort und nach kurzem Studium des angebrachten Schildes entschied Jordi, das Tor zu passieren und die Fahrt fortzusetzen.

Auf die kurze Info per Funk dazu kam spontan von Ernst die besorgte Rückmeldung: “Du hast aber gesehen, dass dort oben ein Auto steht?  Nicht, dass wir hier noch erschossen werden…”

Das glückliche Ende voweggenommen: Menschen, Hund Jerry und die Autos haben das Jagdschutzgebiet unversehrt durchquert und sind heil am Tagesziel angekommen.

Nach 21 Kiolmetern auf abwechselungsreicher Piste, die auf bis zu 1.343 m hinaufging, erreichte der Konvoi wieder den Embalse de Chandrexa und folgte dem Fluß, der den Stausee speist.

Kurz nach 14.00 Uhr konnte dann bei freundlichem Wetter endlich das erste richtige Picknick unter freiem Himmel erfolgen. Auf dem Rastplatz am Fluß wurde eine ausgiebiege Mittagspause eingelegt, bei der es neben dem reichhaltigen Angebot an Brot, Salami und Käse natürlich auch wieder den schon fast “traditionellen” Schokocappucino von Dieter gab.

Ernst mußte sich besonders stärken, da ihn nach dem Mittagessen die zweite Schicht am Steuer des Landy erwartete; Dieter hat heute nämlich seinen “Ruhetag” einlegen müssen, da er sich gestern bei einem Sturz das Handgelenk verletzt hatte.

Fast 1 1/2 Stunden später startete die letzte Offroad-Etappe des Tages am Rastplatz. Nach kurzer Fahrt am Fluß entlang wurde dieser auf einer fast abenteuerlichen Brücke eines Bauernhofes überquert und über die private Fincapiste ging es wieder steil bergauf.

Enge Kurven, mit denen sich der wenig konfortable Weg an den Berghängen nach oben windet, bedeuteten für den Fahrer des “Dickschiffs” richtig Arbeit und Ernst wurde warm genug, dass er seinen dicken Pullover ausziehen konnte.

Von der Flußüberquerung aus hatte sich die Gruppe über die Bergpisten in der vergangenen Stunde um weniger als 5 Kilometer dem Tagesziel genähert, als sie den Monte Veciñ auf einer Höhe von 1.601 Metern erreichte.

Dieter und Ernst genossen den Rundumblick auf die im Tal sonnenbeschiene Landschaft, bevor der Abstieg
“der Sonne entgegen” folgte.

Über Feldwege und Waldpisten, auf den sich einige frei lebende Kühe, Stiere und Kälber tummelten folgte der Abstieg nach Prado, wo die heutige und längste Offroad-Etappe der Tour endete.

Über Nebenstraßen ging es weiter bis Vilar de Barrio, wo ein dringender Tankstopp mit Kaffeepause eingelegt wurde.

“Deutsch?” fragte die Tankwartin und auf das klare “Ja!” sprudelte ihre Vergangenheit in Deutschland nur so aus ihr heraus. Dieter freute sich besonders und begrüßte die Dame dann auch formvollendet mit einem freundlichen “Schönen guten Tag”.

Nach dem Diesel für die Autos bekamen dann auch deren Besatzungen in der gegenüberliegenden Bar den notwendigen Treibstoff “café con leche”für den Endspurt.

Dieser erfolgte zunächst noch einmal über eine  Piste bis Xinco de Limia, auf der Jordi, während er nach Hause telefonierte, irrtümlich noch einmal im Viereck navigierte.

Nach einem kurzen Stück auf einer gut ausgebauten Provinzstraße und den letzten 20 Kilometern über Nebenstraßen durch abgelegene Dörfer war die Gruppe um 20.00 dann am Ziel in Bangueses, nahe der Grenze zu Portugal.

03.05.04 – 8. Tag – Von Bangueses an den Atlantik

Für heute stand eine reine Straßenetappe über ca. 75 km im Roadbook, die die Reisegruppe von Bangueses an den Atlantik führte.

Alle Hoffnung ruhte darauf, das zumindest am Atlantik “Spanienwetter” ist und die 1 1/2 Ruhetage regenfrei genossen werden können.

Bangueses lag in den Wolken und Ernst verkündete bereits beim Frühstück, es handele sich nur um Bodennebel und 150 m höher würde die Sonne scheinen.

Um kurz nach halb zehn starteten Dieter, Ernst und Jordi auf den letzten Trip vor dem ersten Ruhetag der Reise.

Die Nebenstraßen schlängelten sich durch das Grenzgebiet zu Portugal und nach 25 Kilometern erfolgte die (erste) Einreise in das Nachbarland Spaniens.

Aus dem Fincatours-Büro kam unterwegs noch die “freudige” Information, dass für ganz Spanien Regen und Schnee angekündigt seien und es in Vinaròs bereits regnerisch und kühl sei.

In Portugal herrschten fast wolkenloser Himmel und Sonnenschein.

Bereits am ersten Parkplatz nach dem Grenzübergang musste Ernst seinen dicken Pulli wieder einmal ausziehen – es war einfach “super warm”.

Spontan kam die Frage auf, warum nicht die ganze Rundreise in Portugal erfolgt, wenn dort das Wetter doch so gut ist…

Als dann 34 Kilometer später die Brücke über den Rio Miño überquert und wieder nach Spanien eingereist wurde, schienen die Regenwolken und das schlechte Wetter endgültig abgehängt.

Spontan wurde auf dem nach Tui noch eine kurze Offroad-Expedition im Uferstreifen des Rio Miño eingelegt, die nach einigen Fehlversuchen mit nicht weiter befahrbaren oder plötzlich endenden Wegen und Pfaden dann kurz vor Tui wieder auf die urprünglich geplante Strecke führte.

Um etwa viertel nach zwölf war die Grenzstadt erreicht und eine Kaffeepause stand an; noch immer schien die Sonne…

Das sommerliche Wetter hob die Stimmung merklich und löste bei den beiden Nordlichtern einen wahren Drang auf einen Stadtspaziergang und Einkaufsbummel aus. Vergessen war die Zielsetzung, so schnell wie möglich am Ziel anzukommen, um an Meer und Strand die gerade einmal vorhandene Sonne zu tanken.

Gut 1 1/2 Stunden später starteten die beiden Fahrzeuge wieder in Richtung A Guarda und erreichten den “großen Teich” nach weiteren 29 Kilometern und einer halben Stunde Fahrtzeit.

Nach einer kurzen Stadtrundfahrt wurde über die Küstenstraße ging die heutige Kurzetappe um ca. 15.00 am Hotel in zu Ende.

Bei gutem “Spanienwetter ”, das auch am Zielort noch stabil anhielt, kam sofort das Sommer-Sonne-Strand-Feeling auf und nach dem Einchecken im Hotel an der Mündung des Rio Miño wurde sofort auf “Ruhetag” umgeschaltet.

Das heute verspätete, mittlerweile traditionelle Offroad-Mittagsmenue mit “Schoko-Cappucino” fand dann natürlich auch schon am Strand in der Sonne statt.

Nach dem Mittagessen testete Ernst dann mutig Strandbeschaffenheit und Wassertemperatur und kam zu dem Ergebnis: “Strand toll, aber das Wasser zum Baden vieeel zu kalt – vielleicht probieren wir das morgen noch einmal – wenn Jordi ins Wasser vorgeht, dann könnte ich es ja vielleicht auch einmal versuchen.”

Wir werden sehen…

04.05.04 – 9. Tag – Ruhetag am Atlantik

Die Hoffnungen, den Ruhetag am Atlantik geruhsam mit einem Sonnenbad am Strand zu verbringen, gingen leider nicht in Erfüllung.

Nach einer klaren, kühlen Nacht, in der die Lichter der Fischerboote vor dem Hotel tanzten, kam das “böse Erwachen” am Morgen: Die Wolken hatten die Gruppe eingeholt und von der Sonne war nichts mehr zu sehen.

Es regente zwar nicht, als heute (ausnahmsweise erst) um 09.00 Uhr gefrühstückt wurde, aber mit einer wesentlichen Wetterbesserung oder gar Sonne war nicht zu rechnen.

Nach dem Frühstück machten sich Dieter und Ernst mit Jerry auf den Weg in die Stadt. Beim Stadtbummel trafen sie unter anderem auf einen deutschsprachigen Fischer und Gesprächsstoff war für Dieter und den Einheimischen schnell gefunden.

Jerry hatte heute offensichtlich den Job von Jordi übernommen, denn er sorgte -wie Ernst nach der Rückkehr vom Stadtausflug berichtete – für Aufmerksamkeit und Kontakt mit den Passanten im Ort.

Jordi nutzte den Vormittag bis zum frühen Nachmittag zum “technischen Dienst” und bereitete sein Auto und sich auf die bevorstehende Woche bis zum nächsten Ruhetag vor.

Am späten Nachmittag sollte dann wieder wie gestern gemütlich am Strand bei “Stückchen” und dem traditionellen “Schoko-Cappucino” der Ruhetag langsam ausklingen…

Als es dann soweit war, trat der mittlerweile ebenfalls traditionelle Tourregen wieder auf und die Kaffeerunde wurde kurzerhand in das “Wohnaus auf Rädern” verlegt.

Wer bei dem Foto von Vater und Sohn vermutet, dass das Wetter auf die Stimmung drückt, der liegt … – vielleicht lag es aber auch am Fotografen.

Übrigens: Der gestern anvisierte “Gang ins Wasser” scheiterte an der Wasser- und Aussentemperatur und es bleibt abzuwarten, ob die Bedingungen besser sind, wenn die Reise in 1 1/2 Wochen am Mittelmeer endet.

05.05.04 – 10. Tag – Durch Portugal nach Ciudad Rodrigo

Für den 10. Reisetag stand heute die “Etappe der langen Messer” im Roadbook, die von A Guarda über den Rio Miño und durch Portugal hindurch zum nächsten Ziel in Spanien, Ciudad Rodrigo, führte.

Um kurz nach neun war es dann soweit: Die Spanienrundreise “La Vuelta” ging nach der Ruhepause auf den zweiten Tourteil.

Vom Hotel aus steuerte die Gruppe zur freudigen Überraschung die Fähre über den Rio Miño nach Portugal an.

Nach einer kurzen und ruhigen Überfahrt ging es wieder von Bord und Jordi führte den kleinen Konvoi zunächst über die Küstenstraße noch ein Stück am Atlantik entlang, bevor es dann auf der Autobahn über Porto Richtung Lissabon ging.

Vor Porto wurde durch die Beschilderung der Autobahn noch ein vermutlich überflüssiger Haken nach Nordosten geschlagen.

Vorbei am Stadion von Porto ging es dann direkt in die Autobahnbrücken-Großbaustelle und den entsprechenden Stau…

Aufgrund der “dringenden Bedürfnisse”, die durch den Stau nachhaltig dringender wurden, verließ die Gruppe an der nächsten Ausfahrt die Autobahn und legte ein kurze Pause ein.

Da der Scout bei der Auswahl der Ausfahrt nicht wählerisch sein konnte, hatte er ausgerechnet die eine erwischt, an der es keine Auffahrt auf die Autobahn gibt…

Die daraus folgende kurze Exkursion entlang der Autobahn in Richtung Lissabon wurde dann aber schnell von Dieter und Ernst gestoppt. Da für heute kein Ausflug ins Ungewisse geplant war, sondern möglichst schnell wieder Spanien erreicht werden sollte, schlug nun die Stunde von “Maria”.

Ein paar kurze Anweisungen an das “Maria” genannte Navigationssystem im Landy und die eiserne Lady führte die beiden Fahrzeuge zielsicher zurück an das Stauende in nördlicher Richtung, wo die naheste Autbahnauffahrt in Richtung Lissabon sei.

Der Stau blieb der Gruppe natürlich erspart, da sie nach Süden musste. Wieder erleichtert konnte nun die Portugalpassage wie geplant fortgesetzt werden.

Das “portugiesische Wetterwunder” blieb übrigens aus, es war auch viele Kilometer nach dem Grenzübertritt noch stark bewölkt und regnerisch.

So wurde dann wenig später auch die Mittagspause im Regen eingelegt.

Während sich die drei Herren beim traditionellen Pausendrink “Schoko-Cappucino” erholten, eroberte Tourhund Jerry endlich die Wohnkabine des 130ers und freute sich über die kleinen Gaben von “Wahlherrchen” Dieter.

Nach der fast einstündigen Mittagspause wurde der letzte Abschnitt der Portugal-Durchquerung in Angriff genommen.

Vorbei an Guarda führte die gerade fertiggestellte neue Autobahn über Berg und Tal schnurstracks in Richtung Spanien und die Portugiesen verabschieden ihre Besucher kurz vor der Grenze nun mit einem freundlichen “See you soon”.

Früher als geplant erreicht die Gruppe dann um 16.30 Uhr die Grenze und Jordi macht aus seiner Freude, wieder in España zu sein, keinen Hehl.

Kurz nach der Grenze wird hierauf auch entsprechend ein café con leche spendiert.

Nach weiteren 22 Kilometern war dann um 17.10 Uhr auch der Zielort des heutigen Tages erreicht.

Vor dem Einchecken im Hotel wurde noch ein Tankstop eingelegt und Dieter und Ernst füllten im DIA-Supermercado ihre Verpflegungsvorräte auf.

06.05.04 – 11. Tag – Von Ciudad Rodrigo nach Hoyos del Espino

Am 11. Reisetag ging es wieder ins Landesinnere Spaniens, in die Sierra de Gredos. Der “Tag der Berge” stand auf dem Programm.

Heute morgen schien das Wetter besser gesinnt, als in den vergangenen Reisetagen, denn über Ciudad Rodrigo schien die Sonne.

Kurz nach neun Uhr starteten Dieter, Ernst und Jordi von der historischen Stadt aus in Richtung Osten.

“Ob wir mit dem 130er wohl durch das Sonnentor passen?” fragten die beiden und Jordi wählte anstelle der Standard-Ausfahrt aus der Stadt den Weg durch das Sonnentor und der Landy passte tatsächlich hindurch.

Nach fast 3 Tagen Offroad-Abstinenz führte der ertse Weg von der Stadt aus ins Gelände. Die Piste verläuft im großen Bogen weiträumig um Ciudad Rodrigo herum und gibt an der Ermita noch einmal ein gute Gelegeheit, die Stadt in der Morgensonne zu fotografieren.

Nachdem Ernst sein Foto geschossen hatte, ging es weiter Richtung Süd-Osten.

Im abseits gelegenen Dorf La Atalaya folgte ein kurzer Stopp, um bei der freundlichen Dorfbäckerin das Brot für die Mittagspause einzukaufen. Die Freude über den Besuch aus der Fremde war für die Bäckerin so groß, dass die drei sogar noch eine süsse Wegzehrung mit auf den Weg bekamen.

Nach der geplanten Piste wurde dann hinter dem nächsten Dorf noch eine spontane Expedition in unbekannte Gefilde gestartet. Die schon stark wieder bewachsene Strecke führte über ordentliche Abfahrten und Steigungen am Ende wieder auf die Straße, die im ursprünglichen Routenplan vorgesehen war.

Mittlerweile war die Gruppe in der Extremadura angekommen und legte in Casares de las Hurdes die erste Kaffeepause ein. Zu aller Überraschung wurden die drei Reisenden in der Bar mit einem freundlicne “Guten Tag” begrüßt: Die Spanierin, die in der deutschen Schweiz aufgewachsen ist, sprach ein “asteines” Deutsch und so war für eine Abwechselung gesorgt.

Wenig später ging es weiter und die Gruppe erreichte Castilla y La Mancha.

Auf der Piste direkt am Ufer des Rio Alagón wurde dann die Mittagspause eingeläutet. Nach vielen Tagen mit schlechtem Wetter und Regen oder Schauern konnte endlich wieder unter freiem Himmel gespeist werden und sogar der “Schoko-Cappucino” schmeckte bei dem sonnigen Wetter fast doppelt so gut.

Nach der ausgiebiegen Mittagspause steuerte der kleine Konvoi über Nebenstraßen die Sierra de Candelario an und machte dann einen Abstecher auf das 1.840 m hoch gelegenen Ende der Straße bei El Travieso.

Dieter hätte ja gern noch die 2.000-Meter-Marke genommen, aber das war hier nicht möglich – vielleicht kommt da ja noch eine Gelegenheit.

Die engel Ortsdurchfahrt des Dorfes Candelario und weitere Nebenstraßen führten die Gruppe dann auf Höhen über 1.600 m bis in die Sierra de Gredos, wo das Tagesziel dann um kurz nach 18.00 Uhr erreicht wurde.

Die “Aufsteiger” werden die Nacht vor der nächsten Etappe auf 1.500 m Höhe mit freiem Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra de Gredos verbringen.

07.05.04 – 12. Tag – Von Hoyos del Espino nach Las Ventas con Peña Aguilera

Am Morgen des 12. Reisetag war es erwartungsgemäß kühl und der Himmel bedeckt; sogar ein wenig sehr feinen Schneefall konnte man feststellen.

Als erstes Ziel stand die Stadt Avila auf dem Plan, von der aus es nach einem kurzen Besuch dann weiter nach Süden gehen sollte.

Nach dem Frühstück bei Alfonso, das die Erwartungen der beiden Nordlichter übertraf und deutlich umfangreicher ausfiel, als ein “typisch spanisches” Frühstück, machte sich die Gruppe gegen dreiviertel zehn auf den direkten Weg nach Avila.

Die mittelalterliche Stadt, die nicht nur für Ihre 88 Türme bekannt ist, war nach 70 Straßenkilometern und einer guten Stunde Fahrtzeit schnell erreicht.

Dieter und Ernst nutzten den 2-stündigen Freigang für allerlei Besorgungen und die Besichtigung der Festungsstadt.

Während Jordi mit Jerry ebenfalls einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt machte, hatten Dieter und Ernst bei mittlerweile strahelendem Sonnenschein den gerade heute stattfindenden Wochenmarkt endeckt und versorgten sich dort mit frischen Vitaminen.

Im Anschluss an die zwei Freistunden wurde dann noch kurz im Auto gegessen (heute leider ohne den traditionellen “Schoko-Cappucino ), bevor es direkt hinter Avila auf die Piste ging.

Über Nebenstrassen erreichten die beiden Fahrzeuge dann die Piste, die am Embalse del Burguillo entlangführt und Ernst war es nicht zu nehmen, den Stausee am oberen Ende (laut Karte) über eine Furt zu durchqueren.

Über eine kurze Verbindungsetappe auf Teer ging es dann zur Staumauer, hinter der sich die Zufahrt zu einem der vielen Naturparks Spaniens verbirgt.

Die wenig später erreichte Piste führte dann vom Stausee aus wieder auf stolze 1.466 m Höhe, bevor es dann ebenso direkt wieder talwärts ging.

In Casillas, dem ersten Ort nach der Piste, legte die Gruppe dann eine kurze Kaffeepause ein, bevor sie sich dann weiter in Richtung Toledo auf den Weg machte.

Nach den letzten Tage ohne beziehungsweise mit nur wenig Offroad-Anteil und der Entscheidung der Landy-Besatzung, auf einen Abstecher nach Toledo zu verzichten, wollte Jordi es heute wissen und ließ trotz bereits fortgeschritten er Stunde keine der bekannten Passagen abseits der Straßen aus.

Nach dem letzten Pistenabschnitt, der in La Puebla de Montalban um 18.40 Uhr endete, sollte dann auf dem schnellsten Weg das Hostal angesteuert werden, aber die spanischen Straßenbaumeister hatten noch eine Überrachung für die Gruppe parat.

Die Verbindungsstraße zum Ziel war wegen Bauarbeiten gesperrt, eine Umleitung nicht erkennbar und eine spontane “Expedition” die Folge.

Nach einigen GPS-gestützten Kilometern in grober Zielrichtung und der Nichtbeachtung eines “Privatweg – Durchfahrt verboten”-Schildes schien die selbst gewählte Umleitung dann an einer Kette zu scheitern. Da diese aber nicht die Zufahrt zu einer Finca versperrte, sondern vielmehr die Ausfahrt verhindern sollte, wurde sie dann schlicht umfahren (soll nicht wieder vorkommen).

Wenige hundert Meter später stand der kleine Konvoi auf der oben genannten gesperrten Straße und nutzte diese dann, um den Ort des Geschehens auf dem schnellsten Wege zu verlassen.

Um kurz nach acht war es dann ohne weitere Vorkommnisse geschafft und das Hostal in Las Ventas von Peña Aguilera erreicht.

08.05.04 – 13. Tag – Von Las Ventas con Peña Aguilera nach Bailén

Das Ziel der heutigen Etappe war Bailén im Norden Andalusiens.

Bereits nach dem Aufstehen war zu vermuten, dass endlich der erste “richtige” Sonnentag anstand. Zwar war es auf dem Weg zur Dorfbar, in der heute das Frühstück eingenommen wurde, noch kühl, aber die ersten Sonnenstrahlen liessen hoffen…

Frühstück “ausser Haus” war die Lösung für das Problem, dass es in dem Hostal, in dem die Gruppe übernachtet hatte, erst ab 10.00 Uhr ein Frühstück gegeben hätte und in der kleinen Dorfbar, wenige Meter vom Hostal entfernt, pulsierte bereits das spanische Leben, als Dieter, Ernst und Jordi dort kurz nach acht eintrafen.

Ein schneller Café, ein paar Churros und nach dem Einkauf in der Bäckerei ging es heute schon kurz vor neun auf die Reise.

Direkt am Ortsausgang führte Jordi die Truppe auf die erste Piste, von der aus die drei dann eine Tankstelle zum Versorgen der Autos ansteuerten.

Im Anschluß an den Tankstopp ging es über Straße, vorbei am Embalse de la Torre de Abraham, weiter, bevor die nächste Piste angesteuert wurde.

Da die kleine Kapelle, an der Jordi einen kurzen Stopp zur Versorgung des Tourhundes einlegte, nicht gerade Besuchslust bei den Nordlichtern Dieter und Ernst hervorrief, wurde der Weg kurz darauf fortgesetzt.

Aufgrund des “schmal” ausgefallenen Frühstücks sollte die Mittagspause heute zeitlich etwas vorgezogen werden und so steuerte Jordi einen Rastplatz am Rio Guadiana an.

Bei der ausgiebiegen Outdoor-Mahlzeit wurde heute auch wieder der gestern leider auf der Strecke gebliebene Tourdrink “Schoko-Cappucino” kredenzt und bei dem anhaltenden Sonnenschein kostete es schon einige Überwindung, sich wieder auf den Weg zu machen.

Während einige gerade angekommene Spanier am Rastplatz ihr großes Grill-Picknick aufbauten,  startete die Gruppe dann doch wieder zum nächsten Ziel.

Eine Graspiste, die vermuten ließ, dass es in eine Sackgasse geht, führte dann doch (wie im letzten Jahr bereits erkundet) auf die nahe gelegene Straße.

Über Nebenstraßen wurde dann Ciudad Real umfahren und Kurs auf Andalusien genommen. Aber vor Andalusien lag noch eine weitere Offroad-Passage.

Hinter Cañada de Calatrava wartete bereits eine kleine Schlammdurchfahrt auf den Galloper und den Landy. “Scout voraus” war die Devise und prompt setzte Jordi sein Scoutfahrzeug durch ein ungeschicktes Manöver fest.

Mit Hilfe eines Seils und der Zugkraft des 130ers wurde der Galloper dann aber rasch aus dem Schmutz gezogen.

Umkehren war keine Frage und Jordi wagte mit Erfolg einen zweiten Versuch, bei dem es ihm auch gelang, den Galloper auf die andere Seite des Hindernisses zu bringen.

Für Ernst am Steuer des schweren Reisemobils  hiess es nun natürlich auch “Augen auf und durch”…

Der aufgeweichte Boden, tiefe Traktospuren, das Gewicht des “Dickschiffs” und ein gewisses Eigenleben liessen aber auch den Landy im Schlamm zum stehen kommen.

Es gab kein vor und kein zurück, so daß nun zum zweiten Mal die Stunde der großen Winde schlug.

Einer der beiden Bäume am “anderen Ufer” bot sich als guter Befestigungspunkt an und mit vereinten Käften von Rädern und Winde konnte auch das zweite Fahrzeug die andere Seite erreichen.

Nachdem dieser “Event des Tages” überstanden und die Bergematerialien wieder verstaut waren, wurde dem Kurs nach Andalusien weiter gefolgt.

Obwohl das Gelände rundum trocken war, floss gerade auf dem Weg, der ohne Alternative genommen werden musste, das Wasser (vielleicht auch ein Wasser-Gülle-Gemisch) in Strömen.

Da zu befürchten war, dass der schwere Landy ein weiteres Mal auf dem völlig aufgeweichten Weg “versinken” könnte, verließ Dieter den Copilotensitz und machten als guter Beifahrer den Lotsen per pedes.

Am Ende der schlammigen Piste erreichten beide Fahrzeuge wohlbehalten und ohne weitere Probleme eine große Tierfarm, die möglicherweise Urheber des übelriechenden “Stromes” auf dem zurückgelegten Weg war.

Vom nächsten Dorf aus ging es dann über Teer auf dem direkten Weg weiter. Ein kurzer Einkausfsstopp in Almuradiel, kurz vor der Grenze zwischen Castilla y La Macha und Andalusien, sicherte die Wasser- und sonstige Versorgung von Dieter und Ernst.

Über die Autovia von Almuradiel aus wurde wenig später das malerische Tor nach Andalusien durchfahren.

Es folgte noch ein kurzer Besuch des Informationszentrums für Besucher Andalusiens, in eine ständige Ausstellung über Land und Leute, Pflanzen- und Tierwelt sowie die zahlreichen Naturparks informiert.

Gegen halb sieben erreichte der kleine Konvoi dann sie Stadt Bailén, in der die Vuelta in diesem Jahr anstelle von Guarromán Station machte.

Da auch Jordi das Hotel und dessen Standort nicht kannte, folgte eine kurze Such-Stadtrundfahrt bevor um 18.45 Uhr im Hotel “La Barra” eingecheckt werden konnte.

Bis zum gemeinsamen Abendessen nutzten Dieter und Ernst die Zeit, den 130er mit dem Dampfstrahler zu behandeln und vom groben Schmutz zu befreien.

09.05.04 – 14. Tag – Von Bailén nach Tranco

Der 14. Reisetag mit einer der längsten Etappen der gesamten Tour führte über Jaén in den grössten spanischen Naturpark “Las Sierras de Carzorla, Segura y las Villas”.

Die Meisterschafts-Feier am Vorabend hielt sich in gewohnt vernünftigen Grenzen, während im TV die Partie Mallorca – Madrid lief, mit der auch in Spanien eine Vorentscheidung gefällt wurde.

Da die Balearen-Fussballer mit ihrem Sieg über die königlichen dem FC Valencia drei “Matchgames” servierten, war die Nachbearbeitung des Spiels in der Bar am heutigen Morgen dann so spanisch lautstark, dass Dieter und Ernst es vorzogen, das Frühstück in Dieters “Wohnhaus auf MTs” einzunehmen.

Nach dem getrennten Frühstück – Jordi ertrug die lautstarke Diskussion in der Bar mit Langmut – machten sich die drei dann pünklich um 09.00 Uhr auf den Weg nach Jaén.

Weil Dieter sich am Vortag bereits die Burg Santa Catalina als Besuchsziel ausgedeutet hatte, erfolgte die Besichtigung der Metropole nur in Form einer Stadtrundfahrt, die die Gruppe am Ende hinauf auf den Burgberg führte.

Dieter und Ernst besichtigten die restaurierte Burg und Jordi verbrachte die Zeit in dem dazu gehörigen Parador bei einem café con leche.

Nach der Burgbesichtigung trafen sich die drei noch zur kurzen Kaffeepause in der Bar des Paradors, bevor es um 12.00 Uhr wieder auf Tour ging.

Der Weg zum nächsten Ziel, der Stadt Cazorla am Eingang in den Naturpark, führte über ausgebaute und Nebenstrassen durch das unendlich erscheinende Meer von Olivenbäumen, die in riesigen Plantagen rund um Jaén angepflanzt sind.

Dieter und Ernst hatten heute Obst- und Gemüsetag und verpflegten sich bereits während der Fahrt.

Dieser Bordservice war im Galloper nicht gegeben und so wurde noch ein kurzer Verpflegungsstopp für den Scout eingelegt.

Nach einem kurzen Tankstopp in Cazorla ging es dann in den Naturpark hinein und oberhalb der Stadt auf den mit über 60 Kilometern längsten  Offroad-Teil der Tour.

Auch heute sollte mit der “Schoko-Cappucino”-Tradition nicht gebrochen und auf rund 1.500 m Höhe wurde wenig später eine 30 minütige Kaffeepause eingelegt.

Während Dieter, Ernst und Jerry gemeinsam die letzten Schweineohren (Gebäck!) verzehrten, standen bei Jordi Milchbrötchen mit Butter auf dem Speisplan.

Der weitere Verlauf der Piste führte die kleine Kolonne dann über ein Hochplateau, bei dem sich die Höhenmesser immer knapp über 1.700 m bewegten.

Nahe dem mit 1.763 Metern höchsten Punkt der heutigen Etappe konnte noch eine Gruppe riesiger Geier beobachtet werden. Ein Foto der hier heimischen Vögel scheiterte an den leeren Akkus von Jordis Kamera.

Ernst hatte mehr Glück und konnte einen guten Schnappschuss machen.

Kurz vor dem Ende der langen Piste stand dann noch eine kleine schlammige Passage auf dem Programm und Jordi war gespannt darauf, ob diese heute ohne unfreiwilligen Stopp mit Arbeitseinsatz überstanden werden würde.

Ernst am Steuer des Landy beobachtet sorgfältig den Fahrweg des Scoutfahrzeuges und schlug dem Tourteufel einen Streich, indem er die “trampa” geschickt, aber auf “verbotenem” Weg, schlicht umfuhr…

Auf dem Abstieg zur Fuente Segura gab es dann im Flusstal aus der Ferne noch einige Höhlen mit (vermutlich neuzeitigen) Höhlenmalereien und vierbeinige Offroader im Hang zu sehen, bevor 3 1/2 Stunden nach dem Start die Piste wieder an einer Teerstraße endete.

Das Tagesziel war nun nur noch 12 GPS-Kilometer entfernt, die sich dann – von “Maria” schon vorher korrekt angekündigt – auf 54 Straßenkilometer zogen.

Nachdem der große Stausee von Tranco dann erfolgreich umrundet war, endete die heutige Tagesetappe nach unglaublichen 315 Kilometern um 20.15 Uhr im Hostal unterhalb der Staumauer.

10.05.04 – 15. Tag – Ruhetag im Naturpark

Die Gruppe ist gestern nach einer der längsten Tagesetappen in dem kleinen Hostal unterhalb des Stausees angekommen und verbrachte dort heute nun den 2. Ruhetag der Tour.

Nach dem ausgedehnten Frühstück, das heute erst ab 09.00 Uhr eingenommen wurde, stand der restliche Tag zur freien Verfügung, bis sich die Gruppe um 19.30 Uhr im Hostal zum gemeinsamen Abendessen wieder trifft.

Auch für die Autos soll heute Ruhetag sein und da niemand so rechte Lust hat, am freien Tag wieder hinter dem Steuer zu sitzen, schweigen die Motoren…

Nach einem gemütlichen Morgenplausch auf der Terrasse, bei dem Ernst parallell den nächsten Schwung Postkarten schrieb, widmete sich Jordi dem Tagesbericht zur gestrigen Tour und Dieter, Ernst und Jerry machten sich auf einen Spaziergang zum Stausee.

Ein Landregen gegen Mittag sorgte einmal wieder für eine Wetterüberraschung und den Abbruch des Ausfluges der drei Spaziergänger.

Zwischenzeitig haben sich die Regenwolken wieder verzogen und es ist im Tal ein wenig heller geworden.

Einzelne Sonnenstrahlen liessen hoffen, dass vielleicht doch noch ein gemütlicher Nachmittag in der Sonne auf der Terrasse folgt…

Pünktlich zur Kaffeezeit schien dann tatsächlich die Sonnen “aus allen Löchern”.

“Ich hätte jetzt gern café con leche und madalenas…” freute sich Ernst über die sonnige Überraschung und läutete mit der Bestellung beim Wirt die gemütliche Kaffeestunde ein.

Jordi hatte gerade die Aktualisierung der Internet-Berichte vorgenommen, die e-mails abgefragt und übermittelte an Dieter und Ernst die Grüße aus der Heimat, über die sich die beiden sehr gefreut haben.

Sogar Jerry hatte bei dem sonnigen Wetter einen Energieschub und tobte sichbar vergnügt mit einer PET-Flasche auf der sonnigen Terrasse.

Nach dem Abendessen mit Forelle für Ernst und Lammkeule für Dieter und Jordi wurden dann beim gemütlichen Bier in den Internet-Berichten gestöbert und die von Jordi bisher geschossenen Tourfotos angeschaut, bevor es zur Nachtruhe ging.

11.05.04 – 16. Tag – Von Tranco nach Hellin

Der 16. Reisetag stand leider wieder “unter Wasser”. Bereits in der Nacht hatte der Regen eingesetzt und Juan, der Wirt, erklärte uns beim Frühstück, dass das schlechte Wetter wohl mindestens bis Donnerstag anhalten werde…

Nach dem reichhaltigen Frühstück startete die letzte Reisewoche und mit der heutigen Etappe wurde Andalusien wieder verlassen.

Dieter hatte Jordi gestern gebeten, die Tour so zu steuern, dass die Ankunft im Zielort nicht so spät wie bei den letzten Etappen erfolgt. So wurde bereits bei der Abfahrt vereinbart, über den Besuch der Stadt Albacete erst gegen mittag zu entscheiden.

Um zehn nach neun rollten der Landy und der Galloper wieder vom Hof des kleinen Landhotels, in dem der gestrige Ruhetag verbracht wurde.

Über die Staumauer des Stausees, vorbei an Tranco nahm Jordi dann Kurs auf die erste Offroad-Passage des Tages.

Auf Höhen von bis zu 1.365 Meter arbeiteten sich die Piloten über teilweise sehr matschige und rutschige Pisten vor.

Aufgrund der tief bis in die Täler hinunter hängenden Wolken war auf diesem Teil der Strecke die bei gutem Wetter beeindruckende Aussicht kaum gegeben und nicht zu geniessen…

Die aufgeweichte Piste durch den Nordteil des Naturparkes führte die Gruppe 22 Kilometer weit in Richtung Norden bis wieder eine Straße erreicht wurde.

Abweichend von Marias Routenvorschlag schlug Jordi noch einen kleinen Haken, um den kleinen Konvoi dann auf einer weiteren stark aufgeweichten Piste in die Stadt Siles zu führen.

Dieter und Ernst füllten im DIA-Supermercado ihre Vorräte wieder auf und Jordi nutzte die Zeit für einen café con leche in einer der Bars.

Am Treffpunkt stellte der Scout dann fest, dass er den Zimmerschlüssel aus dem Hostal noch in der Hosentasche hatte. Nach einem kurzen Telefonat mit den Wirtsleuten konnte er diesen dann aber glücklicherweise bei Bekannten im Städtchen abgeben und die Reise ohne grössere Verzögerung fortsetzen.

Von Siles aus ging die Fahrt weiter bis zum “Nacimiento del Rio Mundo”, wo sich der Fluß von der Quelle über einen Wasserfall in die Tiefe stürzt.

Dieter, Ernst, Jordi und Jerry -ohnehin schon nass vom Regen- erklommen über einen schmalen Pfad den Fuss des Wasserfalles, um ihn sich aus nächster Nähe anzusehen.

Auf dem Rückweg vollzog Tourhund Jerry, vermutlich von Dieter und Ernst “infiziert” noch seine erste “Flussdurchquerung auf 4 Pfoten”, bevor auf dem Parkplatz bei strömendem Regen die Mittagspause stattfand.

Mit einer doppelten Ration des traditionellen “Schoko-Cappu cino” und dem Offroad-Mahl stärkten sich die Wanderer und beschlossen angesichts der bereits fortgeschrittenen Stunde, den Besuch von Albacete zu streichen und auf dem direkten Weg nach Hellin weiterzureisen.

Auf der Straße zum Tagesziel legte Jordi noch einen Stopp bei einem neu eröffneten Hostal in Riopar ein, um dieses in die künftige Routen- und Unterkunftsplanung mit aufzunehmen.

Noch immer regnete es ohne Unterlass und heute litt sogar die Offroad-Lust unter dem Wetter, so dass nach kurzer weiterer Absprache heute keine zusätzliche Expedition kurz vor dem Ziel eingelegt wurde und die Gruppe weiterhin direkt Kurs auf Hellin hielt.

Um kurz nach halb fünf trafen die beiden Fahrzeuge dann im Zielort ein und mit dem Check-In im Hotel wurde der heutige Tourtag ausgenommen früh beendet.

12.05.04 – 17. Tag – Von Hellin nach Casillas de Raneras

Nach dem “lauen” 16. Reisetag mit frühzeitigem Zieleinlauf stand wieder ein echter Tourtag auf dem Programm. Die heutige Etappe sollte die Gruppe weiter nach Norden bringen und in Casillas de Raneras enden.

Entgegen der Wettervorhersage im spanischen TV vom Vorabend hatte es am Morgen bereits aufgehört zu regnen und aus dem “grau in grau” zeichnete sich beim Gang zum Frühstück bereits eine deutliche Wolkenlandschaft am Himmel ab.

Nachdem der Tag in der Bar neben dem Hotel mit einem wieder einmal typisch spanischen Frühstück bei café con leche, Toast mit Butter und Marmelade begonnen hatte, ging es um 09.15 Uhr wieder auf Tour.

Rund 30 Kilometer nach dem Start war der erste Offroad-Teil des heutigen Tages erreicht.

Die Piste, die von Pinillia mit einigen Windungen durch Ackerflächen und Weinfelder führte, hatte es zum Teil in sich.

Der Regen der letzten Tage hatte die lehmigen Wege ordentlich aufgeweicht, zum Teil stand das Wasser noch in grossen Pfützen auf der Strecke und an manchen Stellen hatten die Fahrer Ernst und Jordi ihr tun, die Fahrzeuge über die 20 Pistenkilometer zu bringen, bevor die Gruppe bei Horna wieder festen Boden unter die Räder bekam.

Auf dem Weg zum “Highlight des Tages” (so Dieter und Ernst am Abend) kam dann der fröhliche Hinweis aus dem Lautsprecher des CB-Funks im Scoutfahrzeug: “Sonne auf 11 Uhr in Sicht!” meldeten Dieter und Ernst von hinten und von nun an besserte sich das Wetter tatsächlich zunehmend.

Völlig unerwartet für die beiden Nordlichter tat sich dann hinter einer Kurve das “Highlight des Tages” auf: Das vom Rio Júcar tief ausgewaschene Flusstal erschien wie der Grand Canyon Spaniens vor ihren Augen und die Begeisterung für diese Laune der Natur war schlicht riesig.

Im Tal selbst, das dann auch durchfahren wurde, gab es dann noch die teilweise gut erhaltenen Reste von Höhlenwohnungen vergangener Zeiten und rund um das Städtchen Alcalá de Júcar sogar noch einige bewohnte Höhlenhäuser zu sehen.

Nach einer Kaffeepause und einem kurzen Stopp bei der Panaderia in Alborea ging es dann weiter durch das überwiegend für den Weinanbau genutzte Grenzgebiet zwischen Castilla La Mancha und dem País Valencia.

Da der von Jordi heute ausgesuchte Pausenplatz nicht auf Gegenliebe von Dieter und Ernst stiess, traten die beiden in einen kurzen “Hungerstreik”.

So es gab nur einen kurzen Aufenthalt, bei dem sich nur Jordi und Jerry verpflegten und auch der traditionelle “Schoko-Cappucino” fiel dem ungünstigen Rastplatz zum Opfer und damit aus.

Nach der kurzen Mittagspause führte Jordi die Gruppe über Utiel zum Embalse de Benagebér, von wo aus nach einer kurzen Visite am Staudamm und der alten Fabrik die zweite Offroad-Passage für den heutigen Tag im Roadbook stand.

An der kleinen Basis für verschiedene Wassersport-Aktivitäten am Stausee, die mit einem kurzen Abstecher von der Piste angefahren wurde, folgte noch eine Kaffeepause bei “Sonnenbrillen-Wetter”.

Mit einem café con leche stärkten sich die drei Offroader auf der Bar-Insel für den letzten Streckenabschnitt bis zum Tagesziel.

Eine dreiviertel Stunde später war der kleine Konvoi wieder auf der Piste in Richtung Casillas de Raneras, das laut GPS nur gute 12 Kilometer (Luftlinie) entfernt liegt und Dieter, mittlerweile am Steuer des Landy, bekam noch seinen Offroad-Part..

Das Wetter hielt und so konnte das Schild, das die Nutzung der Piste bei Regen verbietet, getrost ignoriert werden.

Auch wenn die Piste laut Schild befahren werden durfte, ändert dies kaum etwas am tatsächlichen Zustand der Wege.

Die Berg- und Talpassagen der rund 40 Kilometer, die die Gruppe bis zur geteerten Ausfahrt aus dem hügeligen Gebiet zurücklegte, verlangten wie bereits die Strecke am Vormittag hohe Aufmerksamkeit und fahrerisches Geschick.

Auf dem über 880 m hohen Kamm der Hügelkette legte Jordi auf zum Teil noch überschwemmten Waldwegen noch einen kurzen Expeditionsteil ein, der dann später wieder auf die geplante Strecke des Roadbooks führte.

Nachdem die Gruppe am Ende der Piste auf die Nationalstraße stiess, die zum Casa Rural führt, wurde zunächst noch ein Tankstopp im Nachbarort Sinarcas eingelegt, um die Dieselvorräte für die nächste Etappe aufzufüllen.

Eigentlich wollte Ernst nur die verschlammten Einstiege des Landy grob reinigen, während Jordi seinen Galloper noch betankte, aber Dieter ergriff sofort die Gelegenheit und den Hochdruckreiniger, um sein “Dickschiff” von den Spuren des heutigen Offroad-Tages zu befreien.

Um zehn nach sechs traf die Gruppe dann im Quartier ein und verbrachte beim frühen Abendessen mit Spezialitäten der häuslichen Küche, Wein und Carajillo gemeinsam noch einen gemütlichen Abend.

13.05.04 – 18. Tag – Von Casillas de Raneras nach Allepuz
Der 18. Reisetag führte die Gruppe weiter nach Nordosten aus Castilla La Mancha heraus. Wieder einmal durch das País Valencia ging es in den Aragon, wo heute der höchste Punkt der gesamten Reise erreicht wurde.

Strahlender Sonnenschein begrüsste schon beim Aufstehen die ausgeschlafenen drei Reisenden und versprach einen wettermässig guten vorletzten Tourtag.

Sehr zur Freude von Dieter und Ernst gab es heute wieder einmal ein umfangreiches Frühstück, dass ausgiebig genossen wurde und zu einer leichten Verspätung des Etappenstarts führte.

Nach der herzlichen Verabschiedung von der freundlichen Wirtin ging es dann schließlich um 09.30 Uhr los.

Nach einigen Kilometern auf der Nationalstraße führte Jordi die Gruppe über Nebenstraßen durch ein Stück País Valencia auf die Südseite des Javalambre.

Auf dem Weg zur Grenze des Aragon arbeitete sich der kleine Konvoi wieder auf über 1.000 Höhenmeter vor und überquerte dabei eine Talbrücke, die einen eindrucksvollen Barranco überspannt.

Dieter und Ernst waren von dem sonnigen Wetter total begeistert – sie konnten auch angesichts der Berge am Horizont auch nicht ahnen, welche “Wetterzone” Jordi noch ansteuern würde.

Da die für die anstehende Kaffeepause vorgesehene Bar in Arcos leider geschlossen war, sollte im nächsten Ort eingekehrt werden.

Ein freundlicher alter Herr erklärte Jordi noch den Weg zur Dorfbar an der Kirche, die auch bald gefunden war.

Aber auch hier stand die Gruppe vor verschlossener Tür und nach einem kurzen Rundgang durch das Dorf Torrijas wurde dann die Fahrt fortgesetzt.

Jordi steuerte dann die Piste an, die von der Straße aus hinauf zum Skigebiet am Javalambre führt.

Auf dem Weg zum Gipfel wurde am Mirador mit dem Gedenkstein für einen Torero noch eine kurze Pause mit der Gelegenheit, den Panoramblick auf die bereits gefahrene Strecke in Ruhe zu geniessen, eingelegt.

Ernst verzichtet auf die Aussicht und zog es vor, auf Dieters Sonnenterasse Sonne zu tanken.

Nach dem kurzen Aussichts- und Sonnenstopp wurde der “Weg nach oben” fortgesetzt und mit dem Aufstieg wurden auch die Sonnenstrahlen immer weniger.

Ab etwa 1.700 / 1.800 Metern Höhe führte die Fahrt im Dunst der Wolken an Schneefeldern entlang und die Beschaffenheit der Piste, die von Schmelzwasser und dem Regen der letzten Tage an vielen Stellen aufgeweicht war, wurde immer schlechter.

Nach einigen schmierigen Passagen und Wasserdurchfahrten war der Weg dann plötzlich von einem recht grossen Schneefeld bedeckt.

Da mit dem Galloper kein Durchkommen war, übernahm zunächst Ernst am Steuer des Landy die Position 1 und unternahm einen Durchbruchversuch.

Angesichts der kritischen Engstelle am Ende des Schneefeldes entschied er dann aber: “Das ist Dieters Auto und das soll er besser selbst umwerfen.” und übergab das Steuer an Dieter.

der 2.000er!Dieter kämpfte sich mit dem 130er im wahrsten Sinne des Wortes dann auf die andere Seite des Schneefeldes durch und überfuhr damit auch gleichzeitig die 2.000 m-Marke, die ihm in den vergangenen Wochen immer wieder entgangen war.

Da Jordi trotz der erfolgreichen Passage des Landy der Weg durch den Schnee zu unsicher schien, hielt er es wie Ernst vor einigen Tagen und umfuhr das Hindernis über das schneefreie Gelände unterhalb des regulären Weges.der Gipfel

Wenige hundert Meter nach der erfolgreichen Überwindung der Naturschikane fanden sich die drei Offroader und Jerry am 2.020m hohen Gipfel des Javalambre ein und hatten damit den höchsten Punkt der 3-wöchigen Reise erreicht.

Auf der Rückseite des Skigebietes erfolgte nach dem Gipfelfoto wieder der Abstieg und die Rückkehr in die Sonne.

Nachdem die Gruppe wieder die reguläre Straße erreicht hatte, die Temperaturen wieder deutlich höher und die Sonne ebenfalls wieder zu sehen waren, hielt Jordi nach einem Rastplatz Ausschau.

Heute hatte er damit offensichtlich wieder etwas mehr Glück als gestern.

Nach der 40-minütigen Mittagspause, bei der es auch wieder das Traditionsgetränk gab, ging es dann weiter in die Stadt Teruel.

Auf die geplante Stadtbesichtigung von Teruel wurde dann einstimmig verzichtet, da bereits bei der “Suchfahrt” nach dem ausgeschilderten ALDI einiges von der Stadt zu sehen war.

So war dann noch genügend Zeit, auf dem Weg noch einen weiteren Abstecher ins Gelände einzubauen, der optional bereits im Roadbook vorgesehen war.

Hinter Teruel verliess die Gruppe wieder die gut ausgebaute Straße und tauschte diese gegen eine überwiegend durch den Wald führende Schotterpiste.

An der Casa Grande endete die relativ gute Schotterstrape und der letzte Teil des Weges durch die reizvolle Landschaft führte wieder über aufgeweichte Wege mit Schlamm und viel Wasser.

Nach einem weiteren kurzen Stopp an der Capilla Santa Quitera wurde in Cedrillas wieder die Straße erreicht und schnell waren die letzen 15 Kilometer, über die “Maria” und GPS einig waren, zurückgelegt.

Um 17.36 Uhr endete der heutige vorletzte Tourtag dann mit der Ankunft im Hostal von Allepuz.

14.05.04 – 19. Tag – Von Allepuz zurück zum Ausgangspunkt
Mit dem 19. und gleichzeitig letzten Reisetag kehrte die Gruppe heute wieder zum Ausgangspunkt der Spanienrundreise zurück.

Am letzten Tourtag vor der Rückreise war das Wetter den 3 Offroadern wieder gut gesonnen und zeigte sich von der besseren Seite als an so manchem der bisherigen Reisetage.

Das Frühstück konnte heute etwas später stattfinden, da vor der Gruppe nur noch etwas mehr als ein halber Tourtag lag

Zehn Minuten nach halbzehn startete dann in Allepuz die letzte Etappe der Frühjahrs-Vuelta 2004.

Über die Hochebenen des Maestrazgo führte die Route auf der Straße vorbei an Cantavieja aus dem Aragon hinaus wieder in das País Valencia, in die nördlichste Provinz Castellón.

Nach einer kurzen Kaffeepause legte Jordi den ersten Offroad-Abste cher ein und führte die Gruppe über eine Piste bis kurz vor die Festungsstadt Morella.

Nach einem fast 90-minütigen Aufenthalt, bei dem sich Dieter noch einmal mit einem grossen Vorrat an Käse und Honig versorgte, machte sich der kleine Konvoi auf den letzten Offroad-Teil der Rundreise.

Noch einmal ging es über Berg und Tal auf einer der Hausstrecken von Jordi, bis die Gruppe an der Quelle des Rio Cervol dann im Dorf Vallibona wieder festen Boden unter die Räder bekam.

Von Vallibona aus führte der Endspurt  zurück zur Moli de l’Om zum Abschluss auf einer kleinen Straße entlang dem Flusßbett des Rio Cervol, der zur Zeit noch Wasser führt.

Um 15.15 Uhr ging dann die 4.060 Kilometer lange Reise durch Spanien in El Castell zu Ende.

Um 20.00 Uhr trafen sich Dieter, Ernst, Jordi und Martina dann zum letzten gemeinsamen Abendessen und liessen an der Font de Sant Pere die vergangenen 3 Wochen noch einmal Revue passieren.

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